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Poetry Slam Show

 

 

 

Die etwas andere Deutschstunde oder: Der lebendige Faust

 

Montag, 12. Januar 2015, Gymnasium Neubiberg, Deutschstunde bei Frau Westermeier in der Q11. Es herrscht dieübliche Trägheit der fünften und sechsten Stunde. Gerade wird die „Gretchenfrage“ aus Goethes „Faust“ behandelt, als es laut und energisch an der Tür klopft und ein großer, schwarz gekleideter Mann ins Klassenzimmer stürmt. Falls vorher die Aufmerksamkeit einiger Schüler noch ihrem Banknachbarn galt, ist jetzt jeder Blick perplex nach vorne gerichtet. Die allgemeine Verwirrung weicht der Neugier, als der Unbekannte sich eine Kreide schnappt, in großen Buchstaben „Dr. Faust“ an die Tafel schreibt und beginnt mit einer lauten, klaren Stimme die Szene im Studierzimmer zu rezitieren: „Habe nun ach…!“ usw.

Nach dieser kleinen „Theatereinlage“ stellt uns Frau Westermeier den Mann als Dave Wilcox, Schauspieler des Theaters Ansbach, vor, der dort mehrere Jahre den Faust in Goethes Meisterwerk verkörperte. Nun haben wir die einmalige Chance, Fragen an „Faust“ zu richten. Daraus entwickelt sich ein angeregtes Gespräch, indem sowohl Fragen über das Drama als auch zur Schauspielerei an sich diskutiert werden.

Diese ganz besondere Unterrichtsstunde war eine gelungene Abwechslung zum normalen Schulalltag und lockerte den sonst eher schwierigen und teilweise trockenen Lesestoff für uns auf. Für viele wurde die mysteriöse Figur Goethes ein wenig greifbarer. Und nicht nur das. Auch auf unser großes Interesse am Beruf des Schauspielers ging unser Gast gerne ein, sodass uns ein Einblick in die Welt des Theaters gewährt wurde.

 

So manch einer wurde inspiriert, dem Theater vielleicht doch mal (wieder) einen Besuch abzustatten und das nicht nur, um sich das mühsame Lesen des Reclam-Heftchens zu erleichtern.

Ein herzliches Dankeschön gilt sowohl dem Förderverein, ohne welchen diese außergewöhnliche Deutschstunde parallel in den Kursen von Frau Emmert und Frau Westermeier in der Art nicht möglich gewesen wäre, als auch dem Schauspieler Dave Wilcox, der trotz seines vollen Terminkalenders die Zeit gefunden hat, uns in Neubiberg zu besuchen.

 

Text: Mirjam Mederer, Eva Herdieckerhoff, Q11 Kurs 1/D2 (Westermeier)

 

 

 

Winterzeit ist Märchenzeit

von

Susanne Bucher

Der Franke in Byzanz

Kaiser Karl, der nimmermüde
Seiner Lande wohl bedachte,
Sandt’ auch einstmals einen Boten
Hin zum Hofe von Byzanz.
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Dort empfing man ihn mit Ehren,
Setzt’ ihn an des Kaisers Tafel,
Und ihm ward sein Platz gewiesen
Mitten in der Großen Kreis.

Nun war ein Gesetz gegeben,
An des Kaisers Tische dürfe
Niemand auf die andre Seite
Wenden, was ihm vorgelegt.

Doch der Franke, dieser Satzung
Unerfahren, wendet’ arglos
Seinen Fisch, der andern Seite
Ebenfalls ihr Recht zu tun.

Da erhoben sich die Fürsten
Mann für Mann, des Kaisers Ehre
Zu vertreten wider solche
Unerhörte Freveltat.

Und der Kaiser sprach mit Seufzen:
„Zwar dein Leben ist verfallen;
Doch es steht vor deinem Ende
Dir noch eine Bitte frei.

Was es immer sei, ich will es
Dir gewähren.“ Und der Franke
Dachte nach, und sprach bedächtig:
- Alles lauschte seinem Wort. -
„Eine kleine Bitte hab’ ich,
Eine einz’ge nur, Herr Kaiser.“
Und der Kaiser sprach: „Wohlan denn,

Sprich: sie ist voraus gewährt.....

Paul von Winterfeld (1872-1905)

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Wie es weiter geht, wird an dieser Stelle nicht verraten

Die hier abgedruckte Ballade und andere Märchen, Sagen oder Erzählungen setzte Herr Baesecke,, ein Erzähler und Miniaturtheaterspieler, im Theaterkeller des Gymnasiums Neubiberg am 18.12.2014 vor begeisterten Fünftklässlern in Szene.

Dieser visualisiert mit einfachsten Mitteln wie aus Papier ausgerissene Figuren, mit Hilfe von Fadenspielen oder scherenschnittartigen Bilderfolgen traditionelle Geschichten und beherrscht nicht nur die Kunst des Erzählens, sondern auch der szenischen Darbietung und der kunstvollen Rezitation.

Besonderen Anklang fand die Märchenerzählung vom großen Gustl und dem wilden Willi, zwei Riesen, die ihr Überleben nur der Klugheit ihrer Frauen zu verdanken haben. Vor allem die Fünftklässlerinnen waren begeistert!

Lesen mal ganz anders

Von Susanne Bucher

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Dieses Buch möchte ich nun unbedingt genauer kennen lernen“, sagte .Charlotte Zajewski, eine Tutorin der Klasse 5c.

Besondere Leseschmankerl wurden in den Lernlandschaften der 5.Jahrgangsstufe des Gymnasiums Neubiberg Tutorinnen von deren Tutorenkindern serviert. Die Fünftklässler waren gerade dabei, Isabel Abedis Buch „Verbotene Welt“ mit über 460 Seiten im Rahmen einer Freiarbeit im Deutschunterricht bei Frau Bucher selbstständig zu erschließen. So konnten sie sich als Leseexperten stolz präsentieren.

Als Dankeschön revanchierten sich die Zehntklässlerinnen Steffi Schmidt und Charlotte Zajewski mit Textstellen aus dem Buch „Herr der Diebe“ von Cornelia Funke. „Eine echter Lesespaß!“, so die einhellige Meinung aller Beteiligten.

 

 

Märchen sind zeitlos und einfach zu schön, um in Vergessenheit zu geraten.

„Es war einmal eine wunderschöne Königstochter ….“. Bereits diese wenigen Worte reichen aus, um in den Köpfen der Leser die mannigfaltigsten Geschichten entstehen zu lassen.

Im Rahmen des Deutschunterrichts sollte mittels verschiedener Reizwörter die Phantasie der Schülerinnen und Schüler der Klasse 5D angeregt werden, um daraus ihre eigenen Märchen hervorzubringen.

So entstanden melancholische, lustige bis hin zu romantischen Geschichten, in denen jedoch stets das Gute siegt. Und ebendiese Geschichten wurden zu einem anschaulichen Märchenbuch zusammengefasst, in dem sich nun Erzählungen mit den vielversprechenden Titeln wie „Das verwunschene Schloss“, „Der Fluch“, „Das tapfere Töchterlein“ oder „Der Ring der Unsterblichkeit“ wiederfinden.

Wer jetzt neugierig geworden ist, darf sich gerne in einer freien Minute in die Schulbibliothek zurückziehen. Dort befindet sich das Märchenbuch mit all jenen Geschichten sowie zahlreichen mehr zum Nachlesen.

Viel Vergnügen!                                                                                                       S. Bley